Der Deutsche Schäferhund in der Ortsgruppe SACHSENWALD
( LG 1 - OG 0073 )
Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen den Deutschen Schäferhund und seine Ausbildung in kleinen Episoden vor.
Der
junge Deutsche Schäferhund
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Beschäftigung
ist für den Deutschen Schäferhund unverzichtbar für die
artgerechte Haltung. Wenn Sie ein echter Freund Ihres Hundes werden wollen,
erfordert dies neben dem Aufbau eines stabilen Vertrauensverhältnisses
die feste Einbeziehung des Hundes in die häusliche Gemeinschaft.
Nach dem Säugen beginnt für die Welpen die wichtige Prägephase. Alle Vorgänge werden jetzt mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgt, Neugierde und Lernbereitschaft sind besonders intensiv. Zu diesem Zeitpunkt ist die tägliche Beschäftigung auf Spielen und Raufen ausgerichtet, setzt dem jungen Hund aber auch schon erste Grenzen. Lernen wird so mit Freude, viel Liebe und überschwenglichem Lob verbunden. Zwang steht zunächst absolut im Hintergrund und sollte (wenn überhaupt) wohl dosiert und überlegt eingesetzt werden. Deutsche Schäferhunde sind an sich ausgesprochen lernbegierig, wenn man es versteht, sich ihnen verständlich zu machen. |
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Die Erziehung des Deutschen Schäferhundes
Frühestens
mit 6 Monaten sollte die Ausbildung eines Deutschen Schäferhundes beginnen.
Wir empfehlen Ihnen vorher schon an den Übungstagen der Ortsgruppe teilzunehmen.
Sie können durch Zuschauen sehr viel lernen und dadurch Fehler in der Erziehung
vermeiden, welche später schwer zu korrigieren sind. Desweiteren lernt
Ihr Hund bei der Gruppenarbeit den Umgang mit Artgenossen kennen. Hier stehen
Ihnen erfahrene Trainer zur Verfügung, die Ihnen individuell zur Hand gehen.
Zur Ausbildung gehört als Einstieg die Leinenführigkeit. Der Leinenruck
ersetzt die Strafhandlung, die im Hunderudel über das Schütteln am
Nackenfell erfolgt. Nie darf die Leine ständig im Zug gehalten werden!
Der Hund lernt dabei, an der lockeren, zugfreien Leine zu gehen. Übrigens:
der Einsatz sog. "Stachelhalsbänder" ist grundsätzlich verboten!!
Auch sog. Freilaufleinen mit Aufrollvorrichtung sind für Erziehungszwecke
absolut ungeeignet.
Für alle Erziehungsmaßnahmen gilt der Grundsatz, daß der Hund
lernen muß, sich ein- und unterzuordnen. Erwecken Sie bei ihm nie die
Hoffnung, selbst Meuteführer zu werden. Neben den Hörzeichen werden
zusätzlich eindeutige Sichtzeichen gegeben, die dem Hund begreiflich machen,
was man von ihm will.
Bereits der Welpe wird durch Niederdrücken der Kruppe und durch gleichzeitiges
Hochziehen am Halsband, verbunden mit dem Hörzeichen "Sitz" an
das Hinsetzen gewöhnt. Streicheln über die Rückenpartie und loben
"so ist's brav" unterstützen das richtigen Verhalten. Wenn der
Hund die Grundstellung "Sitz" gut beherrscht, kann diese Übung
auch aus der Bewegung heraus trainiert werden.
Kaum eine Übung hat für den praktischen Alltag einen höheren
Stellenwert als die Platz-Übung, wenn man einmal von der Leinenführigkeit
absieht. Bereits den Welpen kann man ganz nebenbei an das Hörzeichen "Platz"
gewöhnen, indem man es immer dann anwendet, wenn er sich hinlegt. Später
muß der Hund lernen, daß er sich auf das Hörzeichen "Platz"
an der Stelle, wo er sich gerade befindet, hinlegt. Diese Übungen erfordern
zunächst viel Geduld und Selbstbeherrschung, aber auch eine Portion Konsequenz
und Durchsetzungsvermögen.
Viele Hundehalter mühen sich bei ihren Spaziergängen oft vergeblich,
den einmal von der Leine befreiten Vierbeiner wieder unter Kontrolle zu bringen.
Ist er endlich an der Leine, wird er für sein Fehlverhalten ausgeschimpft
und dadurch ein Kardinalfehler der Hundeerziehung begangen! Ihr Hund wird die
Strafe nämlich nicht auf sein Herumstreunen beziehen, sondern auf das unmittelbar
vor der Strafe ausgeführte, und das war letztendlich doch das Zurückkommen.
"Ablegen in Verbindung mit Herankommen" heißt dieser Übungsteil
in den Prüfungsordnungen und er hat zentralen Stellenwert für die
Erziehung und Ausbildung.
Verhalten und Lernen des Deutschen Schäferhundes
Verhalten ist auch Lernen - Ein Aufsatz von Steffi Hörhold
Die
Ausdruckskraft unserer Hunde ist durch Lernen geprägt; auch alte Hunde
sind noch in der Lage zu lernen. Unter Umständen ändern auch wir Menschen
nach Lernprozessen unser Verhalten. Lernprozesse haben demnach die Wahrscheinlichkeit
verändert, mit der ein bestimmtes Verhalten in einer bestimmten Situation
eintrifft. Verhaltensweisen können aber auch durch biochemische Prozesse
gestört sein, was eine erschwerte Funktion des Nervensystems und der normalen
Bewegung zu Folge haben kann. Auch eine veränderte Motivationsphase, wie
z.B. bei einer läufigen Hündin, kann das Verhalten verändern.
Läufige Hündinnen vertreiben während der Hitze andere Weibchen
(Rivalinnen für die Reproduktion und Welpenaufzucht) und sind nur schwer
zu führen.
Schon der Welpe muß viele Informationen zur Kenntnis nehmen und für
sich auswerten. Dabei sind verschiedene Phasen im Lebensalter des Hundes zu
berücksichtigen. Diese Entwicklungsphasen werden auch Ontogenese genannt.
Die 1. bis 2. Lebenswoche ist die Vegetative Phase. Der Geruchssinn des Welpen
ist noch nicht ausgebildet und er ist noch blind. Sie kriechen im Kreis, was
vermeidet, daß sich die Tiere zu weit vom Lager entfernen.
Ende der zweiten Lebenswoche öffnen die Hundebabys die Augen und kommen
mit der dritten Woche in die Übergangsphase. Obwohl die Augen geöffnet
sind, können die Welpen noch nichts sehen. Die Sehfähigkeit erlangen
sie erst mit dem 17. bis 18.Lebenstag. In dieser Übergangsphase zeigen
die Welpen bereits Sozialkontakt, indem sie sich gegenseitig belecken. Mit dem
21. Lebenstag verlassen die Welpen ihr Lager. In einem Zuchtzwinger für
Deutsche Schäferhunde, ließ sich beobachten, daß sich jetzt
alle Rudelmitglieder um die Welpen kümmern. Wenn sie das Lager verließen,
spielte das Vatertier (Prall) ziemlich rauh mit den Kleinen. Dies sollte den
Welpen wohl verdeutlichen, welch ein rauhes Klima außerhalb des Lagers
herrscht, daß u.U. sogar Gefahr drohen kann.
Sobald sich die Welpen ins Lager zurückzogen, wurde dieses rauhe Spiel
eingestellt; eine wichtige erzieherische Maßnahme im Leben der Hundekinder.
In der 4. bis 7. Lebenswoche befinden sich die Welpen in der Prägephase.
Sie ist entscheidend für das spätere Verhalten des Hundes und nahezu
irreversibel. Jetzt sind alle Sinnesleistungen voll ausgeprägt um Artgenossen
und Menschen (Umwelt) zu erkennen und sich die Objekte einzuprägen. Der
Kontakt zu Artgenossen, Menschen (insbesondere auch Kinder) ist in dieser Phase
sehr wichtig, damit der Hund sie später in sein Sozialverhalten mit einbezieht.
Ansonsten reagiert er künftig ängstlich/aggressiv. In der 8. bis 12.Lebenswoche,
in der Sozialisierungsphase, soll der Welpe zu einem sozialen Mitglied in der
Hunde-Mensch-Beziehung erzogen werden. Dazu bedarf es einer konsequenten Erziehung,
denn so süß und knuffig das Hundekind auch ist, man sollte ihm nur
gestatten, was man ihm auch als erwachsenes Tier gestatten würde.
Diese Konsequenz mußte ich bei meinem heute 2 1/2 jährigen Rüden
Carlo, der übrigens auch aus der genannten Zuchtstätte stammt, herrschen
lassen. Wenn er zu grob wurde (ca. mit 12 Wochen) so habe ich als Strafe das
Spiel abgebrochen und ihn einfach ignoriert. Oft war er so übermütig,
daß ihm mit Spielabbruch nicht beizukommen war. Ich habe ihn dann kräftig
in der Nackenfalte durchgeschüttelt. Darauf hat er sofort reagiert; das
ist bis heute so geblieben!
Natürlich kann man mit einem 12wöchigen Hund kein Dressurprogramm
absolvieren. Man würde den Hund damit überfordern. Im Spiel lernt
der Hund am besten (ich spreche aus Erfahrung: wer anderer Meinung sein sollte,
mag sich einmal über längere Zeit mit dem Leben von Wildhunden/Wölfen
beschäftigen. Dort wird im Spiel die Rangordnung festgelegt und so ernsthafte
Beschädigungskämpfe vermieden.). Auch unsere Haushunde versuchen in
der Rangordnungsphase (13. bis 16. Lebenswoche) die Autorität ihres Herren
zu testen. Es ist wichtig, daß er in dieser Lebensphase einen festen Platz
in der Familie (Rudel) erhält.
Im 5. bis 6. Lebensmonat befindet sich der Junghund in der Rudelordnungsphase,
in der man bereits mit der Erziehung oder leichten Ausbildungsphasen begonnen
hat. Jetzt ist es wichtig, sich für seinen Vierbeiner viel Zeit zu nehmen,
Spiele und Ausflüge zu machen. Dadurch erhält der Junghund viele Anreize,
die seine Lernfähigkeit positiv beeinflussen, d.h. die Gehirnstrukturen
bilden sich dadurch hervorragend aus, die Hirnrinde nimmt entsprechend zu. Im
übrigen behalten die Hunde so ihre Motivation zum Lernen.
Im 7. Lebensmonat kommt der Hund in die Pubertät. Beim Rüden erkennt
man sie daran, daß er beim Urinieren zum ersten Mal das Bein hebt. Die
Hündin reagiert plötzlich aggressiv auf andere Weibchen und die erste
Hitze tritt ein.
In dieser Lebensphase neigen die Hunde zum Ungehorsam und es wird sogar mitunter
versucht, die Rangordnung neu abzustecken. (Wer ist der Boß, Herrchen/Frauchen
oder ich, der Wauzi ... ?). Es ist wichtig, daß der Hundehalter seine
Autorität bewahrt und auf keinen Fall die Nerven verliert, denn sonst hat
er seinem Hund Schwächen gezeigt - den Rest mag man sich an dieser Stelle
denken ... Probleme!
Wie man also sieht, registrieren die Hunde eine Vielzahl von Reizen, die ihre
Motivation und den Willen etwas lernen zu wollen beeinflussen. Fehlen ihm diese
Reize, wird er sich wohl kaum oder gar nicht auf unsere Erziehung und Befehle
konzentrieren können.
Der
Begleithund
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Die
Begleithundprüfung enthält im wesentlichen Gehorsamsübungen
(Unterordnung). Für diese Prüfung ist die Mitgliedschaft im
SV oder einem anderen, vom VDH anerkannten Rassezuchtverein, Voraussetzung.
Wer mit seinem Hund die Schutzhundprüfung ablegen will, für
den ist die bestandene Begleithundprüfung außerdem vorgeschrieben. |
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Der Schutzhund
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Frühestens
mit 18 Monaten kann man die Schutzhundprüfung 1 (SchH 1) ablegen.
Sie bedarf aber einer intensiven Vorbereitung in den Sparten Fährtenarbeit,
Unterordnung (Gehorsamsübungen) und Schutzdienst. In dieser Ausbildungsphase
lernt man sehr schnell die Belastbarkeit seines Hundes kennen und seine
Veranlagung für den Leistungssport.
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